LOKAL #8: Gladbeck

Unsere letzte Reise ging nach Gladbeck – beziehungsweise nach Bottrop, Herten und Gelsenkirchen. Was wir erlebt haben, mit wem wir gesprochen haben und was wir gekocht haben: Hier entlang, bitte!

Wir kamen, sahen und siegten – oder so ähnlich. Wir hatten keinen Plan. Welche Erzeuger gibt es im Umkreis von 15 Kilometern um Gladbeck herum? Wen können wir nach ein paar Tipps fragen? Beim Frühstück in unserer Unterkunft sind die Handys erst mal heiß gelaufen. Und schon nach wenigen Minuten – Simon hatte einfach den nächsten Bioladen angewählt – freudiges Strahlen: Bernadette Spickermann von Spickermanns Bioladen hat uns eine Adresse, hilft uns eine Location zu finden und begleitet uns sogar – besser geht’s ja wohl kaum!

IMG_9960Was wir schnell gemerkt haben: So viele Bioerzeuger gibt es gar nicht im erlaubten Radius von 15 Kilometern. Ein wirklich schöner Hof, den uns Bernadette empfohlen hat: der Rotthoffs Hof. Hier finden Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen einen Arbeitsplatz auf einem nach Naturland-Richtlinien geführten Biohof. Nach einem kleinen Rundgang über Wiesen voller zutraulicher Hühner, die einem die Schnürsenkel aufgepickt haben, vorbei an Therapie-Pferden und durch voll bepflanzte Gewächshäuser, sind wir mit unseren Hauptzutaten auf dieser Reise wieder aufgebrochen. Es gab eine Gans, 20 Eier, Kartoffeln, Knoblauch und Spinat en masse. Hannah, die Gladbeck in den Lostopf geworfen hat, war besonders entzückt von den zahmen und glücklichen Hühnern.

Next stop: Bioimkerei Berghane. Nach einer kurzen Pipi-Pause bei Ralf daheim sind wir ihm still und leise mit dem Auto auf sein kleines Stück Land gefolgt. Begrüßt wurden wir von Schafen und einem Gänse-Paar mit giftigem Ganterich – und natürlich seinen Bienenvölkern, die allesamt nach der Verwandtschaft benannt wurden. Wir haben uns an diesem Tag das sehr friedvolle Volk „Albert“, benannt nach Opa Albert, genauer angesehen. Bienenvölker sind so unterschiedlich in ihrem Charakter wie wir Menschen, erzählt uns Ralf. Manche sind aggressiv oder anhänglich, andere sind sensibel und schüchtern, wieder andere neugierig und offen. Deswegen konnten wir diese sehr freundlichen Bienchen auch auf unseren Händen landen lassen oder die Bienenstöcke ohne Probleme in die Hand nehmen und in Ruhe auf die Suche nach der Bienenkönigin gehen.

IMG_9848Ein kleines, großes Highlight für uns alle bei dieser Challenge im Pott: Wir haben Georgs Heimat Herten kennengelernt. Bei schönstem Wetter sind wir mit alten Freunden von Georgs Familie bei guten Gesprächen und viel Ruhe im Park von Hertens Wasserschloss spazieren gegangen, haben ein paar Kräuter für unser Essen am nächsten Tag eingesammelt und einfach mal die Sonne und die herzliche Gesellschaft genossen. Was an einem warmen Tag in Herten nicht fehlen darf und was uns Papa Georg schon seit unserem Aufbruch in Stuttgart versprochen hat: ein Eis aus Hertens bester Eisdiele. Wir waren uns alle einig: Die Italiener können das einfach mit dem Eis.

Nachdem wir am nächsten Tag wegen zu langen und komplizierten bürokratischen Wegen leider nicht für die Kumpel in der letzten noch aktiven Zeche Prosper-Haniel in Bottrop kochen konnten, hat es uns auf das Bottroper Wahrzeichen verschlagen: auf die erste Plattform des Tetraeders, um genau zu sein. Es war eine kleine Guerilla-Aktion, wir sind fix raufgefahren, haben unseren Grill hochgetragen, zehn kleine Teller angerichtet, dazu mehr oder weniger gemütlich Limo und alkoholfreies Bier getrunken. Wir haben uns die Sonne auf den Kopf scheinen lassen und unsere Gladbeck-Reise mit Bernadette und ihrem Mann Christoph, dem Team und ein paar vorbeikommenden Spaziergängern ausklingen lassen.

Es waren zIMG_0138wei sehr, sehr schöne Tage in und um Gladbeck! Das Wetter hat mitgespielt, durch glückliche Fügungen sind wir zu sehr guten Lebensmitteln gekommen und wegen den wunderbaren Menschen, die uns begleitet haben und uns interessante Geschichten über Land und Leute erzählt haben, wollten wir – wie eigentlich immer, wenn wir ehrlich sind – gar nicht mehr heim.

Mal schauen, was die nächste Reise bringt – Südtirol, wir sind voller Tatendrang und freuen uns wie immer wie Bolle!

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