Weniger wegwerfen!

Allein in Deutschland werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden Euro weggeworfen. Muss das wirklich sein?

Der Film Taste the Waste von Valentin Thurn brachte 2011 endlich mal ans Tageslicht, was grundsätzlich schief läuft: Mehr als 50 Prozent unserer Lebensmittel landen im Müll! Weil die Karotten und Kartoffeln zu klein oder unförmig sind und nicht den angeblichen Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Weil Küchenreste in der Gastronomie wegen ihrer Keimgefahr verbrannt werden müssen. Weil im Handel oder zu Hause das aufgedruckte Datum erreicht ist oder frische Backwaren nicht schnell genug verkauft worden sind. Man riecht nicht einmal mehr an einem Produkt, sondern vertraut dem Aufdruck, der doch nichts anderes besagt als die Mindesthaltbarkeit. Und zwar nicht unbedingt die des Produkts, sondern oft nur unwichtiger Eigenschaften wie Konsistenz oder Farbe! Doch egal. Ist diese Grenze erreicht, weg damit – ohne Wenn und Aber, ohne Nachdenken – und samt aufwendiger Verpackung ab in die Tonne! Da werden massenhaft tadellose Lebensmittel nur dadurch zum Müll, dass man sie grundlos dazu deklariert.

IMG_8823

In Taste the Waste wird klar, dass wir im Supermarkt all das, was weggeworfen wird, mitbezahlen müssen. Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden Euro (!) werden allein in Deutschland pro Jahr weggeworfen; angefangen schon in der Landwirtschaft, weiter in den Verarbeitungsbetrieben, im Groß- und Einzelhandel sowie in den privaten Haushalten und der Gastronomie. Allein die deutsche Verschwendung würde zwei Mal reichen, um laufend alle Hungernden der Welt zu ernähren! Allein mit den 500.000 Tonnen (!) Brot, die wir jährlich wegwerfen, könnte man rein rechnerisch ganz Niedersachsen ernähren, rechnet Thurn in seinem Dokumentarfilm vor. Und da reden viele Schlaumeier noch von Welternährungsproblemen! Wenn wir achtsam mit unserem Planeten und dem umgehen, was er für uns produziert, können wir auch 14 Milliarden Menschen ernähren; aber nur dann, wenn wir die Dritte Welt nicht weiter ausbeuten. In seinem neuen Film 10 Milliarden – wie werden wir alle satt geht es Valenthin Thurn nicht um die Frage des Wegwerfens von Lebensmittel, sondern um die Frage, wie Landwirtschaft aussehen muss, um 10 Milliarden Menschen zu ernähren, und warum der Ökolandbau eine gute Antwort auf die brennenden Fragen der Welternährung wäre. Beide Filme sind das Anschauen wert, wie ich finde!

Euer Georg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *