LOKAL #4: Frankfurt am Main

Frankfurt war klasse! Die zwei Tage waren viel zu schnell rum, um den ganzen Tipps und Vorschlägen von den lieben Menschen, die wir auf der Reise kennengelernt haben, nachzugehen. Aber beginnen wir von vorne.

Gestartet haben wir am Montag bei Sven und Gerhard Heinrich auf ihrem Quellenhof. Ein Demeter-Demonstrationsbetrieb seit 1984, eingekesselt zwischen vielen alten und neuen Wohnhäusern inmitten von Steinbach. Fährt man durch das Tor, stehen der Jahreszeit geschuldet zu unserer rechten ein Weihnachtsbaum neben dem anderen. Geradeaus geht es in den Hofladen, wo man zum Beispiel Gemüse und Obst aus eigenem Anbau und sogar Honig von eigenen Bienen kaufen kann. Während Sven uns erklärt, wieso er, der eigentlich Versicherungskaufmann gelernt hat, so schnell in den Betrieb seiner Familie eingestiegen ist, packt sein Vater Gerhard draußen im Hof Kisten. Kisten gefüllt mit Gemüse und Obst für die Kindergärten und Schulen in der Umgebung. Vater Gerhard musste gesundheitsbedingt bei der Arbeit zurückstecken und für Sven war es keine Frage: Der Familienhof muss weiterleben und wird nicht verkauft. Bei Heinrichs bekommen wir Mangold und Lauch direkt von den Feldern. Außerdem Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Topinambur.

Nächster Halt: der Stadtwald von Frankfurt am Main. Man glaubt es kaum, aber der Schein trügt: ein minimaler Prozentsatz der Bewohner von Frankfurt hat etwas mit der Bankenwirtschaft zu tun. Was man von außen nicht sieht: Ein Grüngürtel zieht sich um die Stadt herum, der Stadtwald ist nur ein Teil davon innerhalb der Stadtgrenzen. Ein paar Minuten aus der Stadt hinausfahren und man steht mitten im Wald. Das war unser Glück: Wir bekommen Wildschweinfleisch für den einzigen Eintopf bei dieser Challenge. Die letzten Reste eines geschossenen Überläufers.

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Nachdem wir eine Weile durch den Wald gelaufen sind, haben wir uns schnellstens auf den Weg zu unserer letzten Anlaufstelle gemacht: zur Gemüse-Gärtnerei Bärengarten, ein Betrieb des Integrationsunternehmens fbb. Deren Aufgabe: Arbeitsplätze mit betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvoller Tätigkeit für schwerbehinderte Menschen schaffen. Den vielen Suppen nach zu urteilen, die inzwischen an die Gewinner verschickt wurden, haben wir auch hier viel frisches Gemüse eingepackt – und ein paar Chilischoten. Was es hier sonst noch zu kaufen gibt: unter anderem alle Zutaten in Bioland-Qualität für die berühmte Frankfurter Grüne Soße. Mmmhhh!

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Eingekauft, Kofferraum zu und ab geht’s! Und zwar in unsere kleine aber feine Unterkunft für die Nacht direkt neben der Goethe-Universität. Das ganze Team hat geschält, geschnippelt, gekocht und Montagabend waren alle Suppen abgefüllt und im Kühlschrank verstaut – und war dann bereit für den Frankfurter Weihnachtsmarkt. Eine Runde Glühwein für alle, bitte! Am nächsten Morgen ging es für uns alle los in Richtung Oosten für eine letzte Fotosession direkt am Main für das LOKAL-Buch. Der Blick auf die Skyline von „Mainhattan“, auf den Fluss, auf das neue Gebäude der Europäischen Zentralbank und das Oosten an sich mit seiner Architektur des alten Industrieviertels Ostend, hatte viel zu bieten. Es schien fast so, als würde Frankfurt hier all seine Facetten an einem Ort zusammenbringen.

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Das Fazit? Frankfurt am Main hat uns mit seiner Vielfältigkeit überrascht. Wir sind hin und weg von der anderen, der „grünen“ Seite Frankfurts. Danke an Sven und Gerhard! Danke, liebes Bärengarten-Team! Vielen Dank, liebe Sabine und liebe Feyza für die tollen (Geheim-)Tipps! Und auch danke an dich, liebe Melanie, dass du Frankfurt in den Lostopf geworfen hast! Wir kommen hoffentlich wieder 🙂

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