Nicht perfekt ist auch OK!

Bio heißt nicht gleich perfekt. Was für wen und in welchem Ausmaß in Ordnung ist, das kann zum Glück jeder selbst entscheiden.

WIR „BIOS“…

Wir sogenannten „Bios“ werden von einigen immer noch als die „Gutmenschen“ beschimpft. Das hat mich ganz früher sehr verletzt, heute kann ich darüber nur schmunzeln. Auch erwartet man von den Bios, dass sie immer hundertprozentig gut sind. Sie dürfen keine Fehler machen, zum Beispiel nicht zu McDonalds gehen, nicht fliegen und nicht rauchen und keine Leute aus Bulgarien anstellen, auch wenn sie die gleichen Löhne oder Gehälter bekommen. Ich bin froh, dass sich letzteres vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik gerade massiv zum Positiven verändert. Aber sobald ein Bio-Apfel aus Neuseeland mit dem Schiff hertransportiert wird, heißt es gleich: Bio ist ja auch nicht besser.

Ich selbst mache auch Fehler, lebe nicht immer „biologisch“, fahre viel zu oft mit dem Auto, und fliege auch schon mal um die Welt. Vielleicht mache ich einiges besser, manches sicher auch nicht, ich trinke gerne Wein und rauche auch die ein oder andere Zigarette. Ich bin ja schließlich auch ein Kind unserer Welt und unserer Zeit.

IMG_1666

BIO-GEDANKE MIT SOZIALER DIMENSION

Das Schöne an dem Bio-Gedanke, den auch Simon und ich schon seit vielen Jahrzenten verfolgen: Er hat von Anfang an eine soziale Dimension berücksichtigt. Also vor allem gute Arbeit, Handwerk, ein gutes Auskommen, das nachhaltig ist. Arbeit statt übertriebene Mechanisierung. Die Natur zu schützen hat auch eine soziale Dimension. Faire Löhne und der Schutz kleiner Bauern, die naturgemäß produzieren, sind selbstverständlich. Dabei ist das Streben nach Gewinn nicht vordergründig, aber auch nicht anzüglich, denn Gewinne schützen das Unternehmen. Der Unterschied bei der Betrachtung: Beim Handeln der Ur-Bios stand die Vision von einer lebenswerten Zukunft für alle im Vordergrund – und nicht der persönliche Profit. Heute, würde ich sagen, ist diese Einstellung notwendig, wenn man überhaupt noch richtigen „Profit“ machen will. Das als kleines Hintergrundwissen.

LOKAL – Das Kochexperiment gibt Simon und mir jetzt die Chance zu zeigen, was die Bio-Produzenten und -Konsumenten tun und was sie auszeichnet, aber auch, dass regional beziehungsweise LOKAL nicht unbedingt bio sein muss, um qualitativ hochwertig zu sein. Warum man hier unterscheiden muss und wo es gilt auf jeden Fall ein zweites Mal hinzusehen, das erzähle ich euch zu einem späteren Zeitpunkt in einem weiteren Artikel hier auf unserem LOKAL-Blog.

Danke für’s Lesen und bis zum nächsten Mal!

Euer Georg Schweisfurth

PS: Habt ihr schon unseren LOKAL-Trailer mit Andreas Hoppe angeschaut?

Schreibe einen Kommentar